Nordsee ohne Matsch und Schlick


14. bis 16. Juli – Sie kann einen herausfordern. Mit Wellen, Wind und Strömung. Und sich am Abend versöhnlich zeigen. Mit weitem Horizont und Himmelsbunt. Egal, was sie tut: die Nordsee ist besonders und Paddeltouren in Nordfriesland sind immer wieder wie ein kleiner Urlaub. Ein Urlaub mit bewusst gewählten Abstrichen (der Wecker auf Hooge klingelt am Samstag früh um halb fünf – die Tide wartet nicht auf uns) und Unsicherheitsfaktor: die Wetterprognose verspricht zu Fahrtbeginn wenig Positives. Zu dritt treten wir die Reise an und werden belohnt: wie zur Motivation taucht immer wieder eine Seehundnase neben uns in den Wellen auf. Wir bewundern einen frühmorgendlichen dicken Regenbogen, der sich von Hooge bis nach Amrum spannt. Und wir können unser Wetterglück kaum fassen, als wir zur ausgedehnten Pause auf dem Amrumer Kniepsand in der Sonne liegen. Tausende von Muscheln um uns herum, das Quermarkenfeuer mit seiner leuchtend roten Haube in den Dünen wachend. Urlaub eben.

Am frühen Nachmittag geht es weiter: Brandungsbad beim Einsteigen, Geschwindigkeitsrausch um Amrums Nordspitze (die Strömung passt!) und Sonne satt bis zur Ankunft in Wittdün. Wäre da nicht die Wetteraussicht für den nächsten Tag… Sonntag früh ist es vorbei mit der Sicht. Es regnet in Strömen. Der Wind hat deutlich zugenommen. Die Reisegruppe ist sich schnell einig: das sind keine guten Urlaubsvoraussetzungen. Auch Vernunftentscheidungen gehören zu Nordseeabenteuern: wir nehmen am Nachmittag die Fähre zurück.

Ich stehe an Deck, gucke zurück auf unser Paddelrevier und resümiere: es ist meine erste Nordseetour, die auf der Fähre endet. Ich bin zum ersten Mal in einem Rutsch um Amrum gepaddelt und zum ersten Mal nach neun Jahren (umzugsbedingt) als Gast im TSV Klausdorf mitgefahren. DANKE für eine tolle Tour und für eine Planung, die dieses Nordseewochenende zu meinem ersten ohne Ein- oder Aussteigen im Matsch und Schlick werden ließ. Ja, das ist auch mal schön… 🙂 

(Photos: Andrea C. Bayer, Thomas Kolb)