Das erste Lighthouse Swim Open Water Kiel.

Lighthouse Swim Kiel #1


Die Kieler Förde bietet nicht nur Wind, Wellen, Segelregatten, Fähren und Kreuzfahrtschiffe sondern seit dem 14.08.2021 auch ein Freischwimmer-Event. Das Lighthouse Swim Open Water Kiel, eine Aktion für saubere Meere. Inspiriert von der Kieler Partnerstadt San Francisco.

So wie Paddler ungern alleine auf große Tour gehen, wollen auch Schwimmer gerne eine Hilfe in ihrer Nähe haben. Und genau diese Sicherheit vermittelten die über 50 Paddler an diesem Tag.
Mit dabei 7 Paddler aus unserem TSV Klausdorf. 👍

Kurz vor dem Start am Strand in Schilksee. Paddler und Schwimmer machen sich bereit.

Frühaufsteher vor

Da die Schwimmer in Schilksee starteten und nicht in Klausdorf, begann der Samstag Morgen mit einem Treffen am Bootshaus um 7:45 Uhr. Immerhin müssen die Boote noch aufgeladen werden und etwas Autofahrt liegt auch noch vor uns. Aber alles lief super und nach 30 min Fahrt kamen wir mit gutem Puffer im Olympiahafen in Schilksee an.

Sportveranstaltungen beginnen meistens früh. Das ist nun mal so!

Claudia S.

Wo sich die Wege trennen

Etwas chaotisch und improvisiert stellte sich die Registrierung und der gesamte Ablauf vor Ort dar. Man merkte, dass es für den Verein The Bay Areas e.V. das erste Mal war eine größere Veranstaltung zu organisieren.

Schon im Vorfeld wussten wir, dass man die Wahl zwischen einer persönlichen Begleitfahrt von einem der 25 Langstreckenschwimmer über 14 km hat oder der Begleitung der restlichen 75 Schwimmer über die 4 km lange Kurzstrecke.
Ich und Claudia entschieden uns für das Wagnis Langstrecke. Denn je nach Schwimmer kann die Fahrt zwischen 4 und 6 Stunden dauern. Aussteigen oder eine Pause machen geht dann nicht.

Um 10 Uhr ging es dann für alle los. Schnell zog sich das Feld in die Länge, denn bei so einer Begleitfahrt gibt der Schwimmer das Tempo vor und das kann sehr unterschiedlich sein. Während unsere Kurzstreckenpaddler sich um das Ende des Feldes kümmerten ging es für Claudia und mich etwas schneller voran. Schon nach gut 30 Minuten verschwand man aus der Blickreichweite der eigenen Kollegen.

Jeder auf seine Art und Weise

Am Falkensteiner Strand mit dem Leuchtturm vor Augen war das Ziel der Kursstreckenschwimmer erreicht und nach über zwei Stunden auch das Ende der ruhigen Fahrt, die bis auf einen kurzen Rettungseinsatz bei einer Schwimmerin, paddlerisch nicht sonderlich anstrengend war.
Aber erstmal wurde am Strand angelandet und gewartet bis alle da sind. Das beste dran war einfach mal aus dem Boot aussteigen zu können. Um aus der Fahrt noch eine richtige Tour zu machen ging es quer über die Strander Bucht nach Bülk um von dort aus den Kreis nach Schilksee zu schließen. Fernab der schützenden Steilküste war der süd-west Wind dann auch zu merken, eine windstille Stelle für die letzte Pause in Bülk daher Pflicht.

Bis zum Falkensteiner Strand schwommen alle zusammen. Claudia und ich hatten von hier an aber noch 10 km die Langstreckenschwimmer zu begleiten. Ab dem Leuchtturm Friedrichsort ging es dann richtig wellig zu. Vor Allem ganz zum Anfang, als die gesperrte Fahrrinne quer zum Wind zu passieren war.
Danach verlief die Strecke immer entlang des Ostufers bis zur Tonne K6. Durch den direkten und permanenten Gegenwind von 4bft in Böen 6bft konnte man trotz eines Tempos von um die 3km/h konstant über die Wellen paddeln. Die kniffligste Aufgabe war es bei den Bedingungen den Schwimmer zu versorgen. Scheinbar ist alle 30 Minuten eine kurze “Pause” der Standard. An den Strand gehen oder am Boot festhalten ist für den Schwimmer verboten. Daher die Versorgung aus dem Boot heraus. Als Paddler heißt das immer mal den Luckendeckel zu öffnen, Sachen rausholen und dabei sich von den Wellen nicht zum Spielball machen zu lassen. Erst einmal stehen geblieben trieb man durch Wind, Welle und Strömung richtig schnell vom Schwimmer weg. Da musste man echt aufpassen die kleine Badekappe nicht aus den Augen zu verlieren 😄.

Auf verschiedenen Wegen ans Ziel

Ab der Tonne K6 ging es rüber zum Camp 24/7 an der Kiellinie. An der Badestelle Reventlou konnten die Schwimmer endlich das Wasser verlassen und ihren Erfolg feiern. Für mich waren nach 5 Stunden die 14 km geschafft. Claudias Schwimmer kam nach 6 Stunden am Ziel an.

Bevor Claudia und ich uns auf die letzten 6 Kilometer zum TSV Klausdorf begaben, schnackten wir noch mit den Schwimmern, die wir begleiteten. Uns eröffnete das einen ganz neuen Blick in die Szene der Freischwimmer. Nach der Abschlussrede und den Ehrungen paddelten wir dann im Paddeltempo los.

Auf dem Kanugelände trafen wir auch noch unsere Kutzstreckenpaddler an. So konnten wir uns alle einmal austauschen. Auch wenn jeder so ein bisschen für sich unterwegs war, gab es doch viele gleiche Erfahrungen, Probleme und Erlebnisse.
So endete der Tag fast wie er anfing. Nur jetzt mit dem Erinnerungen an das erste Lighthouse Swim Open Water Kiel.

An dieser Stelle auch nochmal einen riesen Respekt an alle Schwimmer für eure Leistung! 👍

– Mario Lüneberg –