Bericht vom Sicherheitstraining 2016


Im Ernstfall wissen, wie‘s geht! 

Das war mal wieder eine tolle Aktion, die Kolbsche organisiert hat:

Unser Sicherheitstraining am Schönberger Strand in Brasilien.

Zusammen waren wir 18 kenterfreudige Paddlerinnen und Paddler. Während Jörg sogar nach Schönberg gepaddelt war, traf sich ein gutes Dutzend von uns am Samstagmorgen am Bootshaus. Alle packten mit, so dass unsere Kajaks schnell auf dem Vereinshänger oder auf privaten PKWs verladen waren. Danach ging‘s mit ein wenig Theorie im Kanuheim weiter: Kolbsche zeigte uns ein YouTube-Video mit einer neuen Rettungstechnik, dem Heel Hook (wörtlich etwa „Fersenhaken“).

Kern dieser Technik ist, dass der Gekenterte ein Bein in die Luke hebt und seine Ferse unter dem Oberdeck einhakt. Danach kann er sich bäuchlings aufs Hinterdeck ziehen, das zweite Bein in die Luke heben und sich dann wieder in die normale Sitzposition zurückdrehen. Eine ausführliche Beschreibung samt Abbildungen gibt es hier: http://www.kayakpaddling.net/de/3-5 

Mit der Frage, ob diese Technik besser funktioniert als V- oder Paralleleinstieg, fuhren wir bei bedecktem Himmel und 18 oC Lufttemperatur nach Brasilien, wo bereits Uta, Gaby und Jörg auf uns warteten.

Genauso schnell, wie unsere Boote verladen waren, lagen sie einsatzbereit auf dem Deich, wo Gerd und Thomas G. noch einmal den Heel Hook vorführten.

Gut eingepackt in Neopren- oder Trockenanzüge ging es dann endlich in Dreiergruppen raus auf die Ostsee, Wassertemperatur 18 oC (die magische Zahl des Tages!). Leider hatten wir durch ablandigen Wind (Stärke 4) kaum Wellen und fast zu einfache Bedingungen.

Spaß machte es natürlich trotzdem! Egal, ob als Pechvogel oder als Retter/-in in der Not – die Techniken des Wiedereinstiegs an diesem schönen Strand zu üben, war ein tolle Erfahrung. Immer zwei übten zusammen, der/ die Dritte im Bunde schaute zu, gab eventuell noch Tipps und zollte am Ende Lob für die gelungene Rettung.

Und welche Technik ist nun die Beste?

Darüber philosophierten wir bei leckerem Kuchen und Kaffee – sponsored by Uta und Gaby -, als wir nach dem Training noch in gemütlicher Runde auf der Parkplatzwiese zusammen saßen.

Wie bei vielen Dingen, so ist es auch hier: DIE ultimative Technik gibt es nicht!

Jede/r muss selbst herausfinden, wie er/sie am besten wieder ins Kajak kommt. Das hängt von der eigenen Statur und Kraft ab, vom jeweiligen Umfeld (viel oder wenig Welle, Verfassung des Rettenden) und nicht zuletzt auch vom Kajak selbst. So waren wir uns einig, dass sich der Heel Hook bei kleineren Luken besser ausführen lässt. Und es waren auch eher die „Kleineren und Leichteren“ von uns, die mit dem Heel Hook gut zurechtgekommen sind.

Fazit:

Bis die Kajaks wieder im Bootshaus lagen, waren rund sechs Stunden wie im Fluge vergangen. Es hat uns allen nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch das gute Gefühl gegeben, im Ernstfall zu wissen, wie‘s geht. Sinnvoll investierte Zeit in die eigene Paddelsicherheit!

Herzlichen Dank an Kolbsche und auf ein Wiedersehen am Schönberger Strand im nächsten Sommer!

Susanne Fleitmann