Wanderfahrt einer „Unerfahrenen“


1. Tag: Am Samstag, 04. September 2021, war es soweit, Aufbruch zu meiner ersten zweitägigen Paddeltour mit Übernachtung. Die Vorfreude war groß und das Wetter perfekt für eine Tour, die für die Anfänger der Gruppe „Paddeln für Einsteiger“ bestens geeignet war. Unsicherheit waberte nur in Bezug meines mitgenommenen Gepäcks durch meinen Kopf, hatte ich wirklich an alles gedacht?! Dazu aber später mehr… 😉

Plöntour für Wenig- und Langsampaddler

Um 9:00 Uhr haben wir uns am Bootshaus getroffen, 15 Paddler sollten wir am Samstag sein, 3 Einsteiger inklusive. Es war interessant zu sehen, wie die „alten Hasen“, ohne das es großer Absprachen bedurfte, die Kajaks und natürlich den Grill in und auf zwei Bootsanhänger verluden und wir kurze Zeit später gut gelaunt und fröhlich bei Thomas Kolb standen, unser Fahrtleiter für dieses Wochenende, der mit uns ein paar letzte Details besprach. Einstimmig wurde beschlossen, dass wir aufgrund des tollen Wetters die Fahrt am ersten Tag ausweiten und an der Ölmühle in Plön unsere Tour beginnen wollten.

So schnell wie am Bootshaus waren wir auch beim Zwischenstopp in Preetz, unserem Übernachtungsplatz für den Abend, wo wir unsere Zelte, den Grill und die Bootswagen für den nächsten Tag deponierten und schon ging es weiter nach Plön. Alles lief völlig stressfrei und perfekt Hand in Hand und um kurz vor 11:00 Uhr saßen wir bereits in unseren Booten, Wahnsinn! Jetzt ging es richtig los!

Nach einem kleinen Stück Schwentine erreichten wir den Großen Plöner See und bevor die Fahrt begann hat Thomas noch das ein oder andere Gruppenfoto gemacht. Nicht nur ich war fröhlich, vorfreudig und wohl auch etwas aufgeregt!

Und hier wiederhole ich mich gerne, es waren perfekte Bedingungen! Der Große Plöner See war praktisch eine Badewanne, die Sonne schien, das Plöner Schloss zu unserer Rechten, ein Blick nach rechts, nach links, alle Paddler/innen mit einem Lächeln im Gesicht, großartig!

Es ging weiter durch einen kleinen Durchlass der Prinzeninsel mit wenig Wasser, einige stiegen hier kurz aus, rückwärtig vorbei am Campingplatz Spitzenort und in Richtung Kleinem Plöner See. Kurz nach Spitzenort erwartete uns noch ein Borstenpass mit Bootsgasse, den wir natürlich gerne befahren hätten, aber leider war auch hier viel zu wenig Wasser. Thomas hatte das sorgfältig geprüft, gönnte er uns diesen Spaß doch eigentlich sehr, und so mussten wir nach längerem Warten, es war gutes Wetter und viel los, aussteigen und umsetzen. Nach dem Kleinen Plöner See ging es vorbei an Wittmoldt, durch die Lange Breite, so heißt die Schwentine hier, weiter durch den Kronsee und schließlich am Ende des Fuhlensees zu unserem Pausenplatz. Eigentlich wollten wir bei „Fischer Bock“ eine Stärkung und einen Kaffee zu uns nehmen, aber da es hier überhaupt keine Möglichkeit mehr zum Anlanden gab, total überfüllt, haben wir uns auf einer Wiese niedergelassen und unsere selbst mitgebrachten Snacks wurden hungrig verspeist.

Nach dieser Rast war unser Tagesziel gar nicht mehr weit. Vorbei an Gut Wahlsdorf erwartete uns ein vergleichsweise ruhiger Lanker See und bei einigen kamen Erinnerungen aus den Vorjahren und einer sehr ruppigen Überfahrt auf, spannend als Neuling diesen Geschichten zu lauschen. Kurze Zeit später erreichten wir schon unseren Übernachtungsplatz für Wasserwanderer in Preetz und hier hieß es nun alle Boote raus, alles Material auf die Wiese und Zelte aufbauen. Schon lustig, wenn man, in meinem Fall Frau, dass 30 Jahre nicht mehr gemacht hatte. Aber auch das war kein Problem, überall gab es helfende Hände, danke!

Drei Paddlerinnen verabschiedeten sich leider hier, da sie nur den ersten Tag mitpaddeln wollten. Für den Rest begann der gemütliche Teil des Tages mit Grillen, Wein, kleinem Feuer und viel Schnacken, ein toller Tag mit vielen Eindrücken, der riesig Spaß gemacht hat fand so einen schönen Ausklang. Gegen 23:00 Uhr hieß es dann langsam in die Zelte zu verschwinden und die Nachtruhe einzuläuten. Aber halt, da war doch noch was… Nachtruhe! Ich lag in einem Zelt auf einer Wiese und es hörte sich an, als läge ich in einem Matratzenlager einer Berghütte mit allen dazugehörigen Nebengeräuschen! Ja, ich hatte Ohropax vergessen, na dann mal gute Nacht! 😉

2. Tag: Guten Morgen! Oder?! Zugegeben, die Isomatte war hart, die Nacht ungewohnt geräuschvoll und mein Schlaf kurz, aber der guten Laune tat das überhaupt keinen Abbruch. Die Freude auf einen weiteren Tag mit viel Sonnenschein, wiederum tollen Bedingungen und der Lust aufs Kajak fahren war ungebrochen.

Dank der mitgebrachten frischen Brötchen von Britta und Elke, Britta, weil zu Hause übernachtet und ausgeschlafen (😉) und Elke, die nur am zweiten Tag mit uns fahren konnte, haben wir alle gemeinsam gefrühstückt, die Zelte abgebaut und alles in den Autos und Booten verstaut.

Gegen 11:00 Uhr waren wir wieder auf dem Wasser und durchfuhren als erstes den Kirchsee. Kurz vor Ende des Sees gab es von Thomas eine kleine Einweisung zur Einfahrt in die weitere mit etwas Strömung versehene und deutlich schmalere Schwentine. Mit Sicherheitsabstand und hintereinander aufgereiht, ein lustiger Anblick, fuhren wir dann weiter Richtung Raisdorf. Auf der zweiten Etappe unserer Tour präsentierte sich die Schwentine als urwüchsiger, romantischer und in vielen kleineren und größeren Bögen schlängelten wir uns durch die gefühlte Wildnis. Immer wieder sind wir in diesen zwei Tagen beeindruckt von klarem Wasser, kleinen Sandbänken, Flora und Fauna. Wir paddelten durch Wiesen, an Sümpfen vorbei, an Waldstücken und das schöne Stück bei Gut Rastorf, wo die Schwentine mit einigen kleinen Nebenarmen durch richtigen Auenwald fließt.

Am Ende des Rosenfelder Sees erwartete uns vor der Brücke ein sehr stark verkrauteter Abschnitt, der uns bremst aber zum Glück auch nur kurz ist, bevor wir dann recht bald an die Umtragestelle am Wildpark Raisdorf kamen. Hier hieß es aussteigen, die Boote auf den Wagen festzurren und kappe 2 Kilometer durch den Wildpark ziehen. Aber natürlich nicht, ohne noch eine letzte gemeinsame Pause am Kiosk im Wildtiergehege zu machen.

Wir setzten die Boote oberhalb der Oppendorfer Mühle wieder ein und ich war fast ein bisschen traurig, dass mein erstes Kajak-Wochenende schon bald vorbei sein sollte. Nun ging es nur noch auf bekannter, aber nicht minder schöner Strecke, zurück zum Vereinsgelänge nach Klausdorf. Die Boote wurden sauber gemacht und wieder im Bootshaus verstaut und Abschiedsstimmung setzet ein, als einige aufbrachen um die Autos aus Preetz und Plön zu holen. Dieses tolle Wochenende klang bei Sonnenschein und mit Kaffee und Keksen auf dem Vereinsgelände aus.

Ein ganz herzlicher Dank geht an Thomas Kolb für die Organisation dieses Wochenendes und dessen Unterstützung durch Mario Lüneberg und Thomas Garske, Wanderwart und Jugendwart. Für uns als Neulinge war es eine tolle Gelegenheit und Erfahrung mal eine längere Strecke verteilt auf zwei Tage zu paddeln. Und es war ein schöner Anlass andere Kajakbegeisterte aus dem Verein kennenzulernen, sich auszutauschen und viele hilfreiche Tipps und Kniffe vermittelt zu bekommen.

Ich freue mich aufs nächste Jahr und sage allen lieben Dank für die vielfältige Unterstützung!

Jeanette